Der Stand der Dinge.
Die Entwicklung von gukii ist für uns eine besondere Herausforderung. Nebenberuflich, ohne Produkt-, Design-, BWL- oder IT-Background. Einfach so. Als absolute Neulinge auf dem Gebiet der Produktentwicklung, nur mit Hilfe der KI und ganz viel Bock auf das Produkt und Glaube an die Idee.
An dieser Stelle wollen wir dich mitnehmen auf unsere Reise vom leeren Blatt Papier hin zum fertigen Produkt. Immer ehrlich, immer offen, immer mit dem Blick hinter die Kulissen. Mal chronologisch als Entwicklertagebuch, mal mit Themenschwerpunkten, wie wir arbeiten.
Wir halten dich auf dem Laufenden, sobald es bei gukii etwas Neues gibt – Meilensteine, Entscheidungen, Einblicke aus der Entwicklung. Kein fester Rhythmus, sondern immer dann, wenn's was zu erzählen gibt.
Einfach mal machen: Wie aus einer Idee auf dem Papier ein funktionierendes Device wurde
Im Januar lag auf dem Schreibtisch eigentlich nur eine Idee – und ziemlich viele Fragezeichen. Heute steht dort ein funktionierender Prototyp.
Was dazwischen liegt? Unzählige Abende voller Ausprobieren, ein improvisiertes Hotelzimmer-Labor, frustrierende Stunden mit dem Lötkolben, moderne KI-Tools als Lernbegleiter – und das Glück, zur richtigen Zeit den richtigen Mitstreiter zu finden.
Das ist die Geschichte von gukii – wie alles begann.
JanuarAlles beginnt mit einer Idee
Schon eine ganze Zeit lang trug Flo diese Idee mit sich herum: eine Uhr oder einen Timer für Kinder bauen, die die Uhrzeit noch nicht lesen können. Zu oft war ihm dieses Problem im Alltag mit seinen fünfjährigen Zwillingen begegnet. Tägliche Diskussionen und Frust, wann immer es um Übergänge oder Zeitangaben bei der Medienzeit oder beim Warten auf Gäste ging. Aber: Es gab keine brauchbare Lösung. Alle Timer auf dem Markt waren entweder unfassbar langweilig und die Kinder interessierten sich nicht dafür, oder mit weiterer Medienzeit am Handy verbunden.
Im Januar 2026, an einem x-beliebigen Abend auf der Couch, fing er einfach an.
Das Problem: Flo hatte keinerlei Erfahrung mit Programmierung, Elektronik oder Hardware. Begriffe wie Raspberry Pi oder Node-RED waren für ihn völliges Neuland.
Was er dagegen seit vielen Jahren beherrschte, war das Erzählen von Geschichten mit bewegten Bildern. Als TV-Producer und Redakteur arbeitet er täglich mit Videoschnittprogrammen und Storytelling. Also begann er genau dort.
Die ersten Timer-Animationen entstanden in Adobe Premiere Pro mit KI-generierten PNGs und wurden in festen Längen von 2, 5, 10, 20 und 30 Minuten exportiert. Die nächste Frage ließ nicht lange auf sich warten: Wie bekommt man diese Animationen flüssig auf einen kleinen Bildschirm?
Das Hotelzimmer wird zur Werkstatt
Im Februar ging es für Flo beruflich für zwei Wochen nach München – als TV-Producer für die deutschen TV-Übertragungen der Olympischen Spiele. Mit im Gepäck: ein frisch bestelltes Raspberry-Pi-Set.
Jeder freie Abend verwandelte das Hotelzimmer in eine kleine Entwicklungswerkstatt. Das Ziel war klar: Der Raspberry Pi – ein kleiner Einplatinencomputer – sollte sich mit Hilfe des Programms Node-RED über das Smartphone steuern lassen.
Nach zwei Wochen intensiven Tüftelns kam der erste große Durchbruch: Zum ersten Mal lief eine einfache Benutzeroberfläche auf dem Handy, über die sich die verschiedenen Timer-Animationen auf dem Display starten ließen.
MärzLötkolben-Frust und der erste funktionierende Prototyp
Zurück zu Hause wartete die nächste Herausforderung. Ein programmierbarer LED-Ring sollte verschiedene Zeitspannen farblich anzeigen können. Dafür mussten erstmals Bauteile direkt mit dem Raspberry Pi verbunden und Pins angelötet werden – etwas, das Flo vorher noch nie gemacht hatte.
Es folgten viele Stunden voller Fehlersuche. Leuchtete der LED-Ring nicht wegen einer schlechten Lötstelle? Lag der Fehler im Node-RED-Programm? Oder stimmte die Verkabelung nicht? Immer wieder wurde der Code angepasst, neu gelötet und gemeinsam mit der KI nach Fehlern gesucht.
Irgendwann passierte es dann: der LED-Ring leuchtete. Zum ersten Mal liefen Animation, Display und Lichtsteuerung zusammen. Der erste echte Prototyp funktionierte und wurde gleich zum treuen Alltagsbegleiter der Familie.
Der Moment, in dem aus einem Einzelprojekt ein Team wurde
Beim jährlichen Skiurlaub mit alten Schulfreunden erzählte Flo seinem Freund und ehemaligem Mitbewohner Mo von dem Projekt. Mo arbeitet hauptberuflich als Apotheker, programmiert aber seit Jahren leidenschaftlich in seiner Freizeit. Schon nach kurzer Zeit war klar: Er hatte genauso viel Lust auf die Idee wie Flo und sprudelte gleich vor Ideen.
Ab sofort war es kein Ein-Mann-Projekt mehr, sondern echte Teamarbeit.
Vor allem brachte Mo eine entscheidende Erkenntnis mit: Sollte der Timer irgendwann in Serie produziert werden, war ein Raspberry Pi keine realistische Lösung – leistungsfähig, aber vergleichsweise teuer und stromhungrig. Die bessere Alternative war ein ESP32-Mikrocontroller: ein kleiner, günstiger und besonders energieeffizienter Chip, der sich hervorragend für solche Geräte eignet.
Ab diesem Moment übernahm Mo die komplette Hard- und Softwareentwicklung rund um den ESP32 und entwickelte die technische Basis des Devices konsequent weiter. Denn programmieren konnte Mo zwar, aber ein ESP32 war für ihn auch absolutes Neuland – die nächste Hürde, die ohne die Hilfe der KI-Modelle vermutlich Monate gedauert hätte. So konnte sich Mo aber in kürzester Zeit die nötigen Skills auf diesem Gebiet aneignen.
3D-Druck, Silikon und ein Namenswechsel
Während Mo tief in die ESP32-Entwicklung eintauchte, begann für Flo das nächste Abenteuer: 3D-Konstruktion. Das Innenleben brauchte ein Gehäuse – stabil, gut aussehend und später möglichst aus weichem Silikon, damit das Device auch kleine Stürze problemlos übersteht. Aus Kostengründen wurde erst einmal auf das kostenlose Programm Tinkercad gesetzt. Gar nicht so einfach, sich mit einem 3D-Modellierungsprogramm zu beschäftigen, wenn man so etwas noch nie gemacht hat. Ein paar Abende später konnten zumindest erste, rudimentäre Hüllen mit Hilfe des neu angeschafften 3D-Druckers Anycubic Kobra X gedruckt werden.
Zum ersten Mal konnten wir Gehäuse nicht nur am Computer entwerfen, sondern wenige Stunden später tatsächlich in den Händen halten, testen, verändern und erneut drucken.
Damals hatten wir noch den Plan, die Hüllen später aus Silikon zu drucken, um das Gerät vor Stürzen und Stößen zu schützen. Also wurde auch hier viel mit elastischem PLA experimentiert. Diese Idee haben wir aber wenig später wieder fallen gelassen und setzen mittlerweile lieber auf einen cleanen Look des Gehäuses und zusätzliche Hüllen, mit denen das Gerät individualisiert werden kann.
Übrigens: Zu diesem Zeitpunkt hieß unser Projekt noch tymee. Wir waren überzeugt, den perfekten Namen gefunden zu haben. Spoiler: Das sollte sich noch ändern. Warum aus tymee schließlich gukii wurde, erzählen wir in einem der nächsten Beiträge.
Die druckbaren Hüllen waren der letzte fehlende Baustein des Prototyps. Jetzt hatten wir eine rudimentäre Software, ein Raspberry-Pi-Setup sowie selbst gedruckte Hüllen. Schritt 1 der Entwicklung von gukii war innerhalb von 5 Monaten getan.
Wo wir heute stehen
Aus einer Idee auf einem Blatt Papier, null Erfahrung mit Hardware und vielen Abenden voller Ausprobieren ist ein funktionierender Prototyp entstanden. Rückblickend war es nie der perfekte Plan, der uns hierher gebracht hat.
Und es klingt wie ein Gründer-Klischee, ist aber die Wahrheit: Einfach machen und anfangen.
Dinge ausprobieren. Fragen stellen. Fehler machen. Wieder von vorne anfangen. Und sich immer wieder in Themen einarbeiten, von denen man am Tag zuvor noch keine Ahnung hatte.
Moderne KI-Tools haben uns dabei enorm geholfen. Genauso wichtig war aber auch, dass aus einem Ein-Mann-Projekt irgendwann ein Team wurde.
Unser bisher größtes Learning Du musst nicht alles wissen, bevor du anfängst. Manchmal reicht eine gute Idee – und der Mut, den ersten Schritt zu machen.
Bleib auf dem Laufenden und wirf regelmäßig einen Blick hinter die Kulissen unserer Entwicklung.